đŸŽ„ Fernsehbericht und Pressebericht zur Veranstaltung „DrĂŒcken. Schocken. Leben retten.“

Bei unserer Informationsveranstaltung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung in der Kulturhalle Niederbrechen war auch ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks vor Ort. Der Beitrag zeigt EindrĂŒcke der Veranstaltung und berichtet ĂŒber das Engagement in unserer Gemeinde rund um das Thema Erste Hilfe und den Einsatz von Defibrillatoren.

Der Fernsehbeitrag ist in der Sendung hessenschau erschienen und kann online hier angesehen werden:

👉 zum Bericht anklicken

Im Beitrag wird auch ein Mitglied unserer Einsatzabteilung begleitet: Homan Debashi wird wĂ€hrend der praktischen Übungen zur Wiederbelebung gezeigt und in einem kurzen Interview zu seinem Engagement befragt.

Vielen Dank an alle Beteiligten, die diesen wichtigen Tag möglich gemacht haben, sowie an den Hessischen Rundfunk fĂŒr die Berichterstattung.

So wird sichtbar, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen wissen, wie man im Notfall richtig handelt und Leben retten kann. đŸ’Ș🚑

Pressebericht – DrĂŒcken. Schocken. Leben retten.

Die Initiative der Freiwilligen Feuerwehren Oberbrechen, Niederbrechen und Werschau zusammen mit dem DRK-Ortsverein Niederbrechen und der DLRG-Ortsgruppe Brechen-Runkel-Villmar e.V. hat die Gemeinde Brechen ein StĂŒck herzsicherer gemacht. Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand kann jeden treffen – umso wichtiger ist es, schnell und richtig zu handeln.

Bei einem Herz-Kreislaufstillstand zĂ€hlt jede Sekunde. Unter dem Leitgedanken der „drei H – Hauptsache heftige Herzdruckmassage“ wird deutlich gemacht, worauf es im Ernstfall entscheidend ankommt: sofort handeln, die 112 anrufen, feste drĂŒcken und nicht zögern. Denn bei einem plötzlichen Herzstillstand, etwa infolge eines akuten Ereignisses wie einem Herzinfarkt, bricht die Blutzirkulation abrupt zusammen. Ohne rasche Hilfe drohen innerhalb von 3–5 Minuten schwerste HirnschĂ€den.
ErgĂ€nzend zur Herzdruckmassage kann – sofern möglich und beherrscht – eine Beatmung im VerhĂ€ltnis 30:2 erfolgen, also 30 Kompressionen gefolgt von zwei Atemspenden. Dadurch wird der Körper zusĂ€tzlich mit Sauerstoff versorgt. Wer sich eine Beatmung nicht zutraut, sollte dennoch nicht zögern: Kontinuierliche Herzdruckmassage allein ist immer besser, als gar nichts zu tun.

Eine entscheidende Rolle spielt zudem der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) durch einen weiteren Ersthelfer. Diese GerĂ€te fĂŒhren auch medizinische Laien mit klaren Sprachansagen sicher durch die einzelnen Schritte. Der AED analysiert selbststĂ€ndig den Herzrhythmus und gibt – wenn notwendig – einen lebensrettenden Stromstoß ab. Wichtig ist: Die Herzdruckmassage wird nur fĂŒr die Analyse und eine mögliche Schockabgabe kurz unterbrochen und danach sofort fortgesetzt.

Doch Sie sind nicht alleine in dieser Situation – Durch Ihren Notruf werden Rettungsmittel (Rettungswagen/Notarzt) los geschickt, die Sie unterstĂŒtzen werden. Im Landkreis Limburg-Weilburg ist seit ĂŒber einem Jahr zudem das KATRETTER-System etabliert, wodurch ausgebildete Helfer/innen aus nĂ€chster NĂ€he ebenfalls alarmiert und zur Einsatzstelle gefĂŒhrt werden. Es sind oft wenige Minuten Zeitvorsprung, die jedoch sowohl die/den Ersthelfer/in als auch den Rettungsdienst unterstĂŒtzen. Sie tragen keine Einsatzkleidung und geben sich als KATRETTER klar zu erkennen. Alles zusammen trĂ€gt dazu bei, dass das Leben der betroffenen Person bestmöglich gerettet werden kann.

In der Gemeinde Brechen ist es dank dieser Initiative gelungen, sieben AEDs zu beschaffen, die an den folgenden Orten öffentlich ab sofort zugÀnglich sind:

Niederbrechen:

  • > Feuerwehr Niederbrechen
  • > Rathaus
  • > Kinderhaus in der Schlei

Oberbrechen:

  • > Alte Schule / Feuerwehr Oberbrechen
  • > Emstalhalle Oberbrechen

Werschau:

  • > Dorfgemeinschaftshaus Werschau
  • > Katholische Kirche St. Georg

„Die Informationsveranstaltung zu dieser Initiative in der Sport- und Kulturhalle, die passenderweise am Pulseday, dem 1.3. in Brechen stattfand, war ein voller Erfolg. Das Interesse der Bevölkerung war enorm“, freut sich Astrid Brahm. Sie dankte allen beteiligten Hilfsorganisationen aber ganz besonders auch den zahlreichen Sponsoren, die diese Anschaffung ermöglicht haben.

„ERSTE HILFE geht uns alle an, frischen Sie Ihr Wissen auf – fĂŒr mehr Sicherheit im Alltag“, so ihr Apell. Informieren Sie sich, wo die Erste-Hilfe-KĂ€sten sind, und ĂŒberprĂŒfen Sie den Zustand regelmĂ€ĂŸig, merken Sie sich, wo die AEDs, nicht nur in unserer Gemeinde, sondern auch an anderen öffentlichen Orten verfĂŒgbar sind – nur so können vielleicht SIE der/diejenige sein, die mit diesem Wissen aktiv Leben retten können.

Dr. med. Daniel Bock informierte aus seiner beruflichen Praxis als Sektionsleiter Internistische Intensivstation des St. Vincenz Krankenhauses Limburg ĂŒber die Möglichkeiten, Chancen und AblĂ€ufe der Reanimation und leitete mit diesem Vortrag auf die in Echtzeit durchgespielte Übungssimulation eines Fallbeispiels ĂŒber. Hierbei wurde eine hĂ€usliche Situation dargestellt, in der sich ein Herzstillstand ereignete. Nach WĂ€hlen des Notrufes wurde die Angehörige durch die ersten Maßnahmen der Wiederbelebung gefĂŒhrt, bis die KatRetter die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ĂŒberbrĂŒckte. Die Simulation wurde unterstĂŒtzt durch die angehenden NotfallsanitĂ€ter/innen des DRK Limburg und des Malteser Hilfsdienstes. Sehr plastisch wurde gezeigt, wie sich das Einsatzszenario darstellt und wie viele Personen unter UmstĂ€nden alles Menschenmögliche geben, um das Leben einer Person zu retten und wie wichtig jeder einzelne Schritt ist. Die Verantwortung zu ĂŒbernehmen und die Herzdruckmassage zu erlernen sind lebensrettend.

Die klare Botschaft lautet daher:
PrĂŒfen, rufen, drĂŒcken – und wenn verfĂŒgbar, einen AED einsetzen – und durchhalten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Jede beherzte Maßnahme kann Leben retten.

Bericht: Peter Ehrlich / Bild: Marcel Auth